„War Sailor” ist eine norwegische maritime Kriegs-Miniserie über den 2. Weltkrieg und die Zeit danach mit dem Fokus auf einer Familie, anhand derer exemplarisch Teile des Krieges in Norwegen und seine Folgen nacherzählt werden. Ich durchblicke die Entstehungssgeschichte nicht ganz, aber es gibt auch einen Langfilm aus 2022 mit 150 Minuten, der die norwegische Einreichung für die Oscars war. Ist diese Miniserie also die „extended version“ auf mit dreistündiger Laufzeit? So scheint es zumindest.
Die guten Freunde Alfred und Sigbjørn entscheiden sich noch 1939 zur See zu fahren, im Glauben und der Hoffnung mit dem Krieg nichts zu tun zu haben. Natürlich werden sie aber schnell ins Kriegstreiben mit hineingezogen durch den norwegischen Kriegseintritt auf alliierter Seite. Derweil leidet Alfreds Familie (Frau+3 Kinder) daheim unter der deutschen Besatzung und später auch den Luftangriffen der Alliierten. Per Schlaglichtern werden einzelne Kriegsjahre und Ereignisse immer wieder genauer beleuchtet und es wird in die Tiefe gegangen. Diese Machart setzt sich auch nach dem Ende des 2. Weltkriegs so fort.
Insgesamt ist „War Sailor” eine klassische, emotional harte und top ausgestattete Kriegsserie, erzählt aus norwegischer Perspektive (worüber man jetzt nicht zwingend schon alles weiß). Hinzu kommen tolle Darsteller. Die erste Folge mit viel Exposition ist sicher die schwächste, aber danach wird das Erzähltempo schnell erhöht, so dass bis zum Schluss keine Langeweile aufkommt. Zwar geht die Handlung in der letzten Folge erst einen zu klassischen Weg, nimmt aber dann doch eine bessere Wendung und gipfelt in einer fantastischen letzten Sequenz, bei der ich pure Gänsehaut hatte.
Ich weiß nicht, ob der Film besser oder schwächer ist, aber diese dreistündige Miniserie für Netflix ist absolut sehenswert. Empfehlenswert für Fans von emotionalen Kriegsdramen, die auch die Familie an der Heimatfront nicht vernachlässigen. Das Norwegen Setting sorgt zudem für „frischen Wind“.



