Blutopfer – Blutiger Serienmörder-Krimi mit Logikproblemen

„Blutopfer” ist eine schwedische Krimi-Miniserie, in der es ein Serienmörder auf Polizisten abgesehen hat, die auf Notrufe reagieren. Dann enthauptet er sie. Das Besondere an der Serie ist die Ermittler-Konstellation, denn Thomas wird von seinem entfremdeten Alkoholiker-Vater und Ex-Kommissar unterstützt. Leider reicht diese frische Idee gemeinsam mit viel Blut und schockierenden Gewalttaten nicht aus, denn die Handlung wird von unfähigen Polizisten und ihren Angehörigen gesteuert, die ständig dämlich handeln und nicht in der Lage scheinen sich zu wehren.

Ein erschütternder und echt klingender Notruf geht an einem Freitag um 1.15 Uhr ein. Zwei Streifenpolizisten gehen dem nach, betreten einer nach dem anderen das Haus (warum auch immer) und werden beide enthauptet. Thomas Berg (Jakob Oftebro) übernimmt die Ermittlungen. Dabei sucht er die Unterstützung seines Vaters, der dem Alkohol verfallen ist und kein Interesse an ihm hat. Ihre Probleme kommen aber kaum über ein „Du warst ein schlechter Vater” hinaus. Währenddessen hält der Serienkiller die Polizei im Würgegriff. Denn er wiederholt sein Muster. Jeden Freitag um 1.15 Uhr gibt es einen Notruf, die zwei Polizisten, die daraufhin ausrücken, werden blutig ermordet. Das hält immerhin das Tempo hoch, aber gleichermaßen wird dadurch (unbewusst) unterstrichen, wie schlecht die Polizisten eigentlich arbeiten. Selten gibt es Erkenntnisse und meistens liegt die Lösung für alle, die schon mal einen Krimi gesehen haben, auf der Hand – nur eben nicht für die Ermittler. Zudem muss man einige Logikhürden an mehreren Stellen überspringen. Wie z.B., wenn aus dem Haus 9 statt 8 Polizisten herauskommen, aber niemand etwas von der überschüssigen Person mitbekommen hat. Oder der Täter überall penibel säubert, aber nicht bei sich zuhause.

Das größte Problem ist aber die schwache Konstruktion der Miniserie. Um für Schockmomente, eine emotionale Involviertheit und die persönliche Bedrohung der Hauptfiguren zu sorgen, handeln einen Haufen von Charakteren arg dämlich und unfassbar sorglos. „Hey, hier gibts einen Typen, der ständig zwei Cops mit Schusswaffen überwältigt und enthauptet, lass mich mal allein zu dem gehen”. Wobei darin fast noch das größere Problem liegt: Denn bis zum Ende gibt es keine Erklärung dafür, wie der Killer die Morde beging und warum das stets so einfach für ihn war. Das Finale setzt dem Ganzen die Krone der Quatschigkeit und Unglaubwürdigkeit auf. Man konstruiert so lange Parallelen, bis alles gar keinen Sinn mehr ergibt. Durch den Ritualmord-Kram versucht man eine gewisse spannende Mysterykomponente beizumischen, aber das reicht leider nicht aus. Immerhin sind die Produktion und Inszenierung solide.

Die 5-teilige Miniserie „Blutopfer” ist als kurzer, blutiger Snack einigermaßen unterhaltsam, wenn man sich nicht zu sehr an Logikproblemen und dummen Charakterentscheidungen stört. Allerdings sättigt die Serie weder den Anspruch an einen durchdachten Krimifall noch an interessante, authentische Charaktere und versaut das Ende ordentlich. Schade.

65/100
Total Score
Nach oben scrollen