Der Sommer, in dem Hikaru starb – Wilder Anime-Mix aus Coming-of-Age und Mystery-Horror

„Der Sommer, in dem Hikaru starb” ist ein interessanter Mix aus Coming-of-Age Freundschaftsgeschichte, Mystery und japanischen Horrormythen. Zu Beginn konfrontiert Yoshiki seinen besten Freund Hikaru mit einer schockierenden Wahrheit: Hikaru wurde durch ein mysteriöses Wesen ausgetauscht, das genau wie er aussieht. Ob Dämon, Gott oder Geist – mit ihm kehren Tod und Geister ins Dorf ein. Yoshiki versucht gleichzeitig seine Gefühle zu ordnen und das Mysterium zu lösen, während eine Geheimorganisation versucht, Hikaru auszulöschen.

Was genau ist Hikaru jetzt? Diese Frage steht im Mittelpunkt der 12-teiligen 1. Staffel. Doch während das Rätsel um seine Identität im Raum steht, muss Yoshiki erst einmal seine eigenen Gefühle ordnen. Er ist sich unsicher, ob er die Freundschaft in dieser neuen Form überhaupt fortführen kann oder ob das Wesen zu gefährlich ist und er sich gegen die Hülle seines ehemaligen besten Freundes stellen muss. Später taucht die Serie tief in die japanische Folklore ein, um diese Situation zu entschlüsseln. Denn dass gleichzeitig mit Fake Hikaru auch zahlreiche Dämonen und Geister dem Dorf näherkommen, bedarf natürlich einer Erklärung.

Der Anime bietet einen Genremix und liefert dazu einen interessanten geschichtlichen Überbau. Visuell ist „Der Sommer, in dem Hikaru starb” überzeugend. Die Kreativität ist hoch, die finsteren Wesen sind durchaus gruselig. Der düstere Mystery-Teil der Geschichte gefällt mir besser als die recht klassische Freundschaftsgeschichte, die zeitweise komplett „weird” wirkt. Generell gibt es zahlreiche absurde Szenen (mit der Hand im Bauch rumstochern, echte Bahn), bei denen man sich fragt, was man da gerade eigentlich schaut. Die Bedrohungszenarien sind hingegen stets stimmungsvoll und wirken furchteinflößend. Weil die Freundesstory etwas schwächer ist, tritt die Story besonders in der ersten Hälfte etwas auf der Stelle, da Yoshiki lange braucht, um seine Gedanken zu sortieren. 

Die Serie ist eine klare Empfehlung für Mystery- und Horrorfans, die Lust auf tiefgründige japanische Folklore, eine extrem dichte und unheimliche Atmosphäre sowie visuell bizarre Body-Horror-Elemente als Anime haben. Fans von ungewöhnlichen Coming-of-Age Geschichten können ihren Horizont mit dieser absurden Serie erweitern. Man muss nur etwas Geduld dafür aufbringen. Ich freue mich auf die nächste Staffel, denn die 1. Staffel hört mitten in der Geschichte auf.

79/100
Total Score
Nach oben scrollen