„Tatsuki Fujimoto 17-26” ist eine Kurzfilmsammlung, die auf Kurzgeschichten des „Chainsaw Man”– und „Look back”-Schöpfers basiert. 8 unterschiedliche Regisseure erwecken die Geschichten als Anime zum Leben. Hauptthemen sind Liebe, Familie und der Weltuntergang. Fast alle Storys bieten darüber hinaus etwas Übernatürliches in Form von Aliens, Magie oder Fabelwesen und erschaffen ganz eigene Welten. 4 Folgen gefielen mir, einige davon sind sogar so gut, dass ich mir mehr gewünscht hätte. Die anderen wirken entweder leicht unausgereift oder sind etwas zu seltsam.
Die 8 Episoden mit einer Laufzeit zwischen 13-23 Minuten habe ich kurz einzeln inhaltlich zusammengefasst und immer ein Fazit gezogen:
- Episode: Zahlreiche verschiedene Außerirdische kamen auf die Erde und unterjochten die Menschheit nicht nur, sie fressen alle Menschen auf – mit dem Verweis, dass die Menschen das mit Tieren doch auch so machen. Doch 2 Kinder können sich als Hühner tarnen, die von den Außerirdischen wie Haustiere gehalten werden. Eine kreative Welt, ein interessanter Twist, gute Animation. Ein starker Auftakt, von der Welt hätte ich gern noch mehr gesehen.
- Die 2. Episode ist vor allem seltsam. Schüler Sasaki ist schwer in seine Lehrerin verliebt, doch dann kommt einer ihrer alten Mitschüler mit der Waffe in den Klassenraum und bedroht alle. Es handelt sich aber um keinen klassischen Amoklauf, der Terrorist stellt stattdessen eine Forderung: Er will Sex mit der Lehrerin haben… Die Episode gefiel mir weniger. Die übernatürliche Komponente gibt ihr immerhin noch etwas, aber das war primär komisch und unangenehm.
- Episode: Eigentlich ein zu lang geratener Sketch. Ein Schüler will seiner Angebeteten seine Liebe gestehen, doch immer wieder kommt etwas dazwischen. Der finale Störer ist zumindest ganz unterhaltsam, aber begeistern konnte mich diese Episode nicht.
- Episode: Jetzt wird es blutig. Eine in der Kindheit misshandelte, mittlerweile berüchtigte Auftragskillerin soll jemanden töten und dafür groß abkassieren. Doch dieser jemand ist ein Vampir, in den sie sich verliebt. Interessante Prämisse, die eher wie ein Auftakt für mehr aufgebaut ist und dann schnell irgendwie beendet wird.
- Episode ist klassisch aufgebaut. Über die gemeinsame Liebe zum Klavierspielen finden ein Mensch und eine Meerjungfrau zueinander. Leider fressen Meerjungfrauen manchmal Menschen. Aber vielleicht ist die Liebe doch stärker? Klassisch, aber mit schöner Musik und sorgsam ausgestaltet. Süße Folge.
- Episode ist visuell ein buntes Highlight. Die Inszenierung und die Farben sorgen für ein echtes Erlebnis. Auch inhaltlich ist es ein Erlebnis, aber ein ganz seltsames. Ein Junge wacht in einem Mädchenkörper auf – soweit kennt man die Story. Doch in dieser Welt ist das eine anerkannte Krankheit, es gibt keinen Weg zurück. Was bedeutet das für Toshihide und die Beziehung zu seiner Freundin? Die Folge bietet einige unangenehme Szenen und befremdliche Ansichten von Sex und Liebe… bietet aber ein passendes Ende. Eine komische Mischung.
- Episode: In dieser Episode trifft ein Familiendrama in einer magischen Welt auf der drohenden Weltuntergang. Ein kleines Mädchen mit Teufelshörnern soll angeblich für die kommende Apokalypse verantwortlich sein – da sind sich die Magier der Welt einig. Für Kenji ist Nayuta aber nur seine kleine Schwester, auf die er aufpassen muss. Als Nayuta mehr zaubert und zahlreiche Tiere tötet, werden Kenjis Loyalität und Geschwisterliebe auf die Probe gestellt. Interessante Welt, visuell hübscher Showdown, guter innerer Konflikt.
- Episode: Die finale Episode kommt als einzige ohne Übernatürliches aus. Es gibt keine Fabelwesen, Aliens oder Magie. Stattdessen steht die Beziehung zweier Schwestern im Mittelpunkt. Doch etwas seltsam wird es trotzdem. Die kleinere gewinnt einen Preis in ihrer Kunsthochschule, in dem sie ihre große Schwester nackt malt. Das stürzt die große Schwester in eine Sinnkrise, wodurch sie beginnt, das Verhältnis der Geschwister im Laufe der Jahre unter die Lupe zu nehmen. Erfindet das Rad nicht neu, ist aber eine schöne, reflektierte Geschichte.
78/100
Total Score



