„Infiniti” ist eine Weltraum- und Krimiserie mit Elementen des Verschwörungsthrillers und der Science Fiction. Zu Beginn kollidiert ein Raumschiff mit der ISS und beschädigt diese erheblich. Wie konnte es dazu kommen? War es ein Unfall? Und was hat es mit den enthaupteten Leichen in der kasachischen Steppe auf sich? Die Serie überzeugt mit ihrem unverbrauchten Setting, tritt aber leider zu lang auf der Stelle.
Im Zentrum der 6-teiligen französischen Miniserie, die überwiegend authentisch in Kasachstan gedreht wurde, steht die französische Astronautin Anna (Céline Sallette), die mit einer Gruppe von Astronauten vom russisch verwalteten Kosmodrom Baikonur starten soll. Doch aufgrund einer Panikattacke startet nicht sie, sondern ihr amerikanischer Kollege (Lex Shrapnel), mit dem sie eine kurze, aber intensive Affäre hatte. Der US-Astronaut sorgt beim Andocken dann später für den katastrophalen Unfall. Schnell wird sich innerhalb der Verwaltung gegenseitig beschuldigt, wer für den Vorfall verantwortlich war. War es Sabotage? Vielleicht von den Amerikanern? Oder doch von den Russen? Parallel entfaltet sich eine Handlung in der kasachischen Steppe. Ein Kommissar (Daniyar Alshinov) findet eine Leiche, deren Kopf abgetrennt wurde. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass es sich bei der Leiche um den amerikanischen Astronauten handelt. Doch wie kann dieser gleichermaßen auf der Erde und im Weltall sein?
Die Serie ist überraschend konsequent und durchaus brutal. Großartig ist das unverbrauchte Setting. Kasachstan sieht man in Serien schließlich selten und es gelingen einige wunderbare Kamerashots und Bilder von Orten, die man so nicht kennt. Generell ist die Produktion auf einem hohen Niveau. Die Weltraumkomponenten sehen gut aus, die Schauplätze sind super, man bekommt ein Gefühl für die Kasachen. Die Darsteller sind solide. Was die Serie erheblich ausbremst, ist ihre Langsamkeit. Zudem werden einige Geheimnisse etwas zu früh gelüftet. So schaut man eher den Figuren beim Rätseln über die Verschwörung zu als, dass man selbst rätseln muss. Denn als Zuschauer wird man schnell ins Bild gesetzt. Immerhin bleibt das große Weltraumgeheimnis, das irgendwann recht plakativ mit Schrödingers Katze erklärt wird, als das letzte große Mysterium.
„Infiniti” hat viele gute Seiten. Vor allem im visuellen Bereich, der Grundidee, dem Setting und der Konsequenz. Leider erschwert das sehr langsame Erzähltempo den Sehgenuss. Speziell in der Mitte tritt man extrem auf der Stelle. Außerdem helfen die zahlreichen Zeitsprünge mit teils redundantem Inhalt nicht dabei das Tempo hochzuhalten. Zudem kann sich die eigentlich spannende Verschwörung nicht ganz entfalten, weil man als Zuschauer zu früh zu viel weiß. Dennoch hat Infiniti auch seine guten Momente und speziell die letzte Folge bietet viel für Sci-Fi-Fans. Ob sich der Zeitaufwand lohnt, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Ich fand es ganz interessant, aber das Potential wird nicht ausgeschöpft.



