In der US-amerikanischen Spielshow „The Mole“ müssen 12 Kandidatinnen und Kandidaten diverse groß angelegte Spiele bewältigen, die an bekannte Filmklassiker (Heist/Abenteuer) angelehnt sind, und dabei Geld gewinnen. Doch die Show hat einen doppelten Boden: Einer der Teilnehmenden ist der anonyme Maulwurf, der das Preisgeld so niedrig wie möglich halten will und deswegen das Team in den Spielen sabotiert. In regelmäßigen Abständen müssen die Teilnehmenden über die Identität des Maulwurfs abstimmen. Wer am wenigsten über ihn weiß, muss die Show verlassen. Nur der oder die Gewinner/in, die auch den Maulwurf enttarnt, räumt am Ende die ganze Kohle ab. Als Zuschauer bleibt man auch bis zum Ende im Dunkeln und kann mitraten.
Die Show vereint einen Haufen von mal mehr und mal weniger interessanten oder spannenden Spielkonzepten mit Intrigenbildung und ein paar Streitereien des Reality TVs. Fast wie in einer Whodunit-Murder Mystery wird jeder von der Produktion als Verdächtiger aufgebaut und jeder verdächtigt mal jeden. Der Fokus liegt dabei völlig auf der Enttarnung des Maulwurfs, zwischenmenschliche Beziehungen stehen eher im Hintergrund (bis auf eine „Beziehung“), die O-Töne beziehen sich fast nur darauf, wer der Maulwurf sein könnte und welche Strategie man selbst verfolgt. Als besonderer Kunstgriff gibt es eine „Exemption“, eine Ausnahme durch die man an Abenden, an denen eine Person die Show verlassen muss, nicht rausfliegen kann. Diese kann man gewinnen, muss sie meist unter Einsatz des Preisgeldes ersteigern, was natürlich zu viel Zwietracht unter den Teilnehmenden führt und die Verdächtigungen, wer der Maulwurf sein könnte, anheizen.
Letztlich funktioniert die Show ganz gut und bietet in Malaysia hübsche Schauwerte in einem noch nicht verbrauchten Setting. Nicht jedes der Spiele ist super interessant, aber die Kulissen und die Spiele sind durchaus elaboriert und versuchen sich an Filmklassikern wie Indiana Jones oder klassischen Raub-/Heistfilmen zu orientieren. Leider nutzen sich die immergleichen O-Töne in den 10 Folgen à rund 45-50 Minuten etwas ab. Immer wieder werden Rückblicke zu „verdächtigen Situationen“ gezeigt und darüber geredet, immer wieder die gleichen Leute verdächtigt, immer wieder wird von denselben Leuten betont, wie wichtig das Geld für sie und ihre Familie sei, immer wieder redet jemand dramatisch in die Kamera, wenn er/sie über den Maulwurf spricht. Aus meiner Sicht hätten auch 6-8 Folgen genügt, um exakt dasselbe zu erzählen und der Produktion etwas Geld zu sparen. Lustig fand ich, dass eine der Hauptfiguren aus der Serie „Don’t F**k with Cats“ als Teilnehmerin dabei ist.
Mein erster Ausflug in die Welt der Spielshows war mit „The Mole“ ganz unterhaltsam. Das Setup gefiel mir gut, aus dem Aufbau kann man viel über die Konzeption solcher Shows lernen, die natürlich für eine gewisse Reibung unter den Teilnehmenden sorgen möchte. Mich verlor die Show in der Mitte etwas und konnte mich erst am Ende wieder einfangen. Für Fans von klassischen deutschen Reality-TV gibt es mutmaßlich zu wenig zwischenmenschliches Drama, Fans von Spielshows kommen auf ihre Kosten.



