„The Offer” ist eine Dokudrama-Serie über die Entstehung einer der besten Filme aller Zeiten: Der Pate. Aus der Perspektive des neuen Produzenten Albert S. Ruddy wird die damalige Geschichte aus dem Herzen Hollywoods (speziell bei Paramount) erzählt. Dabei stehen die zahlreichen Hindernisse im Zentrum, die Ruddy und seine Partner ständig überspringen mussten, um den Film tatsächlich drehen und veröffentlichen zu können. Seien es Differenzen mit Chefs – beim Casting, Filmschnitt oder budgetär, Drohungen von der Mafia oder Probleme mit Darstellern: Ruddy muss das Schiff auf Kurs halten.
Die Handlung startet in den 1960er Jahren in Hollywood. Albert S. Ruddy (Miles Teller) ist eigentlich Programmierer, möchte aber als Filmproduzent durchstarten und erzielt einen ersten Achtungserfolg mit einer Sitcom. Daraufhin versucht er es bei Paramount und wird vom dortigen Chef Robert Evans (Matthew Goode) unter seine Fittiche genommen und mit Verfilmung des absoluten Buch-Bestsellers betraut. Ruddy muss die kreative Vision von Francis Ford Coppola (Dan Fogler) gegen alle innerhalb von Paramount verteidigen – er nimmt den Buchautor als Drehbuchautor, er unterstützt die Wahl von Al Pacino als Michael (Anthony Ippolito, herausragend), obwohl dieser „zu klein für die Rolle ist”, er drückt die Hauptrolle für Marlon Brando durch. Zeitgleich sucht er Wege, um die reale Mafia zu beschwichtigen, denn diese droht damit, den Film zu sabotieren, weil ihnen das Buch nicht gefiel. Dadurch gerät er in den Strudel der organisierten Kriminalität. Gegen Ende spielen vor allem kreative Differenzen mit den höheren Studio-Bossen eine Rolle. Darf der Film wirklich so lang sein? Wie vermarktet man ihn? Wie macht man ihn zum Erfolg? Die Miniserie zeichnet diesen komplizierten Weg zum Ruhm gekonnt nach und feiert durch zahlreiche Referenzen das New Hollywood Kino.
„The Offer” ist perfekt für Filmfans und Cineasten. Nicht, weil die Inszenierung der Miniserie selbst herausragend ist, sondern weil Meilensteine der Filmgeschichte abgefeiert werden. Die Kritiker stoßen sich wohl leider an vielen Ecken und Kanten dieser 10-teiligen Miniserie, dem Mainstream hingegen gefällt sie sehr gut. Ich hatte viel Spaß mit der Geschichte, obwohl ich zugeben muss, dass vermutlich auch 8 Episoden ausgereicht hätten und sich die Erzählung ab und an zu sehr in Nebenhandlungssträngen verstrickt. Etwas mehr Stringenz hätte der Miniserie geholfen, dennoch ist sie nicht langweilig, wenn man sich auf die Figuren einlässt. Für mich gab es einige magische Momente: Häufig werden bekannte Szenen in ihrer Entstehung am Set gezeigt. Das sind besondere Leckerbissen, von denen ich gerne noch mehr gesehen hätte. Dennoch taugt die Geschichte durch die zahlreichen Twists und Hindernisse bereits ohne den großen „Der Pate”-Bezug als eigenständige „Ein Mann (und seine Sekretärin) entgegen allen Widerständen”-Story. Man muss den Film nicht zwingend kennen, aber es erhöht natürlich den Sehgenuss. Zudem bekam ich nach der Miniserie direkt Lust „Der Pate” zu streamen.
„The Offer” ist eine unterhaltsame Dokudrama-Serie über die Entstehung eines Meisterwerks der Filmhistorie – erzählt als Heldengeschichte. Das starke Ensemble spielt die realen Vorbilder überzeugend, die Inszenierung ist solide. Natürlich ist die Geschichte etwas dramatisiert, man sollte keine Dokumentation erwarten. Aber Fans des alten Hollywood-Kinos und Freunde von Filmen über das Filmemachen (aus Produzentensicht) kommen auf ihre Kosten.



