Weihnachten zu Hause – Daten fürs Familien-Weihnachtsessen. Review Staffel 1

 „Weihnachten zu Hause” ist eine norwegische Romantic Comedy/Dramedy, in der eine zu Beginn 30-jährige Krankenschwester endlich (und aufgrund von familiärem Druck) den Partner fürs Leben oder zumindest zum Weihnachtsessen bei den Eltern finden möchte. Die Serie ist ganz amüsant, lädt zum Schmunzeln ein und ist generell überwiegend locker-leicht. Die 3 Staffeln umfassen 20 Folgen à etwa 30 Minuten, ich sah mir (bisher) nur die 1. Staffel an.

Johanne (Ida Elise Broch) sitzt mal wieder zuhause zum Dinner bei ihrer Familie mit Mutter, Vater, Geschwistern und Neffen. Platziert wurde sie zwischen den beiden Babys, „weil sie so gut mit Kindern kann”, aber eigentlich lassen sie besonders die Eltern spüren, dass sie ohne Partner eher ein Hintergedanke in der Familie ist. Als sich das Gespräch mal wieder um Johanne und ihr Datingleben dreht, macht sie das, was jede selbstbewusste 30-jährige Frau bei ihren Eltern machen würde: Sie antwortet süffisant, dass sie nächstes Jahr ihren Hund mitbringt, dass sie das nichts angeht und dass sie bitte nicht in der Familie nur über einen möglichen Partner definiert werden möchte! Moment… nein, genau das tut sie eben nicht, auch wenn ich es mir gewünscht hätte. Stattdessen sagt sie, dass sie doch einen neuen Freund habe, obwohl das nicht stimmt. Um die Lüge aufrecht zu erhalten, gilt es für sie vom 1. Dezember bis zum 24. Dezember einen Freund zu finden, den man an Weihnachten der Familie präsentieren kann.

Die Prämisse ist etwas krude, aber daraus erwächst dennoch eine recht charmante Dramedy, in der Johanne auf zahlreiche verrückte Vertreter der männlichen Spezies trifft. Alles sind Stereotypen, alles ist überspitzt, woraus „Weihnachten zu Hause” auch Teile seiner Comedy zieht. Johanne datet also jeden Tag einen anderen Typen, der komplett weird ist, kommt zu spät zur Arbeit, muss sich von jungen Eltern „tolle” Tipps anhören und bemerkt auch noch, dass das Familienleben ihrer Eltern vielleicht gar nicht so gut ist, wie sie dachte. Daraus ergeben sich einige konstruierte, aber ganz spaßige Momente (Weihnachtsfeier). Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass auch die anderen Charaktere neben Johanne etwas mehr Tiefe erhalten und sie ihre Ansprachen auch mal an die Familie richtet. Obwohl leichte „Fleabag“ bei mir aufkamen, bleibt „Weihnachten zu Hause” leider ein gutes Stück hinter diesen Möglichkeiten und der Tragik (bewusst) zurück.

Das norwegische Setting, die sympathische Hauptfigur und die Beobachtungen der Gesellschaft (im Hinblick auf Singles Ü30 und Eltern) heben die Serie positiv von Vergleichbarem ab und können einen in Weihnachtsstimmung bringen. Auch wenn die Nebencharaktere allzu karikaturesk, klischeebehaftet und überzeichnet sind und die Prämisse etwas halbgar wirkt, funktioniert „Weihnachten zu Hause” als schöne, kurzweilige, atmosphärische Serie zu Weihnachten.

77/100
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