A Confession – Solides britisches True Crime Dokudrama. Review Miniserie

„A Confession” ist ein 6-teiliges True Crime Dokudrama, das nicht nur das Verschwinden einer jungen Frau und die Suche nach dem Täter thematisiert, sondern sich ab Folge 3 bereits mit der Zeit danach beschäftigt. Im Zentrum stehen Gerichtsverfahren unterschiedlicher Art, so dass die Miniserie klassische Krimielemente mit dem Gerichtsdrama verbindet und dabei eng an persönlichen Geschichten der realen Charaktere bleibt.

In England wird im März 2011 die 22-jährige Sian O’Callaghan als vermisst gemeldet. Die Polizei ermittelt in Person von Stephen Fulcher (Martin Freeman, „Sherlock“), auf dessen Buch nun diese Filmadaption basiert. Dabei vermutet die Polizei schnell ein Verbrechen und beschattet einen möglichen Täter. Der frühe Showdown von mutmaßlichem Täter und Fulcher weist der Handlung danach ihren Weg. Denn die Frage nach dem Befolgen der Richtlinien, nach der Rechtmäßigkeit des Verhörs und des Fehlverhaltens des Polizisten dominieren die weiteren Folgen. Insofern erinnert die zweite Hälfte der Serie leicht an den britischen Polizei-Klassiker „Line of Duty” . Doch darüber hinaus wird dieser Vermisstenfall auch mit einem aus dem Jahr 2003 verknüpft, Karen Edwards (Imelda Staunton, „The Crown”) vermisst seit dem ihre Tochter und kämpft nun energischer um ein Verfolgen dieser Spur.

Die Miniserie ist solide produziert und inszeniert, die Darsteller liefern gute Leistungen ab. Die Spannungskurve fällt naturgemäß nach dem schnellen Auffinden eines mutmaßlichen Täters ab, was zunächst leicht befremdlich wirkt, wenn man eine True Crime Serie erwartet, die erst im Finale einen Täter präsentiert. Doch der andere Fokus auf Richtlinien, interne Querelen der Polizei, die Sinnhaftigkeit von bestimmten Gesetzen und der verzweifelte Kampf einer Mutter um Gerechtigkeit sorgen auch im Verlauf für interessante Momente und Situationen, die ich anfangs sicherlich nicht erwartet hatte. Letztlich ist der Fall ziemlich unglaublich und hat überregionale Relevanz, wodurch die Dokudrama Serie auch sehenswert ist.

„A Confession” ist eine gute True Crime-Miniserie, deren Tempo nicht immer hoch ist und der manchmal etwas der Fokus für die wirklich wichtigen Dinge fehlt. Dennoch werden Kriminalfall und die Zeit danach gekonnt dargestellt. Der Start wirkt noch etwas ziellos, aber spätestens mit der besten Folge, der 3., findet die Miniserie ihren roten Faden, den sie bis zum Ende nicht mehr loslässt. Für True Crime Fans gibt es eine vollständige Empfehlung.

78/100
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