Legends – Das britische „The Wire“? Starker Undercover-Thriller. Review Miniserie

„Legends” ist ein Crimethriller über Undercover Beamte der britischen Zollbehörde, die Anfang der 90er Jahre in Großbritannien die größten Drogenkartelle zerschlagen wollen. Die Serie basiert auf wahren Begebenheiten, speziell dem Buch von Undercover-Cop Guy Stanton und erinnert in ihren Themen an „The Wire”. Das persönliche Drama wird genauso thematisiert, wie die Anfänge der Einheit sowie die Infiltration der Banden. Mit zahlreichen Rückschlägen und einer immer größer werdenden Bedrohung für die Protagonisten.

Anfang der 1990er Jahre: Großbritannien wird von einer Drogenwelle überschwemmt, zahlreiche junge Menschen sterben daran, was öffentlichkeitswirksam ausgeschlachtet wird. Premierministerin Margaret Thatcher erklärt daraufhin den Drogen den Krieg. Doch der Kampf gegen die Drogen liegt in der Hand einer Zollbehörde, die überhaupt nicht dafür ausgebildet ist. Dennoch bildet sich ein unterfinanziertes vierköpfiges Team. Während Guy (Tom Burke, „C.B. Strike”) in London den Ring infiltriert, versuchen es seine Kollegen bei einer anderen Bande in Liverpool. Dabei wirken ihre Methoden manchmal etwas amateurhaft. Alles kulminiert in einem gemeinsamen Deal der beiden Banden, einer Reise nach Afghanistan und den Folgen. Neben den Einblicken in die Arbeit des Zolls, wird auch aus dem Innenleben der Gangstervereinigungen erzählt.

Die 6-teilige Miniserie ist solide inszeniert, manchmal gibt es Anleihen an Klassiker („Smiley’s People”), mal wirkt es moderner. Das Darstellerensemble agiert in ihren Rollen authentisch und auf gehobenem Niveau. Das Erzähltempo ist naturgemäß zu Beginn langsamer, weil zunächst die Undercover-Truppe zusammengestellt werden muss. Doch schnell nimmt die Handlung Fahrt auf (spätestens Folge 3) und ständig laufen die Ermittler Gefahr entdeckt zu werden. Somit ist die Spannung durchgehend auf einem hohen Niveau. Denn auch der Kampf der Drogenkartelle untereinander sorgt zusammen mit privaten Verflechtungen für Reibungen und Actionmomente. Die Serie ist dabei konsequenter, als man zunächst glaubt. Einige Szenen wirken etwas arg pathetisch, konstruiert oder seltsam. Ein Beispiel dafür ist der Subplot rund um die afghanische Herrschaftsfamilie, ein anderer die komischen Rivalitäten innerhalb der Undercover-Gruppe.

Fans von Undercover-Ermittlern, Spionage und Serien über Gangstersyndikate kommen bei „Legends” voll auf ihre Kosten. Speziell Liebhaber von „The Wire” werden die Miniserie genießen. Trotz kleinerer Makel kann man die Serie vollumfänglich empfehlen, sie ist ein starker Vertreter ihres Genres.

80/100
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