Sirens – Skurrile Superreiche und ihre Mitarbeiter. Review Miniserie

„Sirens” ist eine gut inszenierte Dramaserie mit skurrilen Charakteren im Milieu der Superreichen mit leichten „White Lotus”-Vibes und einer tragischen Schwestern-Geschichte. Durch Comedy-Momente, Gesellschaftskritik und starke Schauspieler entsteht eine interessante Dramedy, die auf Twists und Zufällen aufgebaut ist. Aufgrund einiger fragwürdiger Charakterentscheidungen wirkt die Story trotz guter Ansätze allerdings leider nicht ganz rund.

Im Zentrum steht die persönliche Assistentin Simone (Milly Alcock), die für Michaela (Julianne Moore) und Milliardär Peter Kett (Kevin Bacon) arbeitet. Michaela widmet sich vor allem wohltätigen Zwecken und die beiden beschäftigen einen ganzen Haufen von Mitarbeitenden. Nebenbei hat Simone auch noch eine Affäre mit einem reichen Nachbarn. Ihr Leben scheint perfekt, doch dann holt sie die Vergangenheit in Form ihrer wütenden Schwester Devon (Meghann Fahy) ein, die sie auf der Arbeit überrascht und von ihrer kleinen Schwester verlangt sich auch um den demenzkranken Vater (Bill Camp) zu kümmern. Infolgedessen kommt es zu einem Culture Clash, denn die bodenständige Devon kommt mit der gekünstelten Welt der Superreichen und ihrer Attitüde überhaupt nicht zurecht und eckt bewusst überall an. Immer wieder steht die sehr finstere Familiengeschichte der DeWitt-Schwestern im Mittelpunkt.

Das Erzähltempo der 5-teiligen Miniserie ist gut, die Inszenierung ist überwiegend gelungen und auch das starke Ensemble kann auf ganzer Linie überzeugen. Einige Szenen wirken etwas zu absurd und gestellt (das Hinterherlaufen am Strand), so dass sich die Serie zeitweise wie Slapstick anfühlt. Einige Figuren wirkten wie eindimensionale Stereotype. Zudem muss die Story in Teilen arg gebogen werden, um noch zu funktionieren. Dass Devon nach diesem Auftakt „eine zweite Chance” erhält, ist beispielsweise schon Quatsch und danach spielt äußerst häufig der unwahrscheinliche Zufall eine zu große Rolle. Dennoch war ich über weite Strecken gut unterhalten und mochte den Zynismus.

„Sirens” ist nicht der große Wurf geworden, aber dennoch eine durchaus gelungene, wenn auch etwas zu oberflächliche und sprunghafte Dramaserie mit bizarren Charakteren. Freunde von „White Lotus” können einen Blick hinein wagen, müssen allerdings Abstriche bei der Handlung machen. Zudem fügt die Serie dem Thema Arm und Reich wenig Neues hinzu und aus der interessanten Schwesternbeziehung entwickelt sich zu wenig. Somit bleibt eine überwiegend unterhaltsame Serie mit Makeln.

73/100
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