„If Wishes Could Kill” ist eine blutige koreanische Horrorthriller-Serie im Schulmilieu rund um Flüche, Schamanen und eine folgenschwere Todesapp. Die Serie wirkt zu Beginn wie eine klassische Teenie High School Serie, doch die mysteriöse App bringt das Horrorelement. Denn nachdem man sich etwas in der App wünscht, hat man danach selbst nur noch 24 Stunden zu leben. Nun versucht die Heldengruppe alles, um den Countdown aufzuhalten, die Ursprünge zu ergründen und den Fluch zu brechen. Dabei wird es übernatürlich.
Triggerwarnungen für Mobbing, Suizide, Gewalt, Cuttermesser und viel Blut sind bei dieser Serie angebracht. Im Zentrum stehen Se-ah und ihre Freundesgruppe, die allesamt gerade volljährig sind und noch zur Schule gehen. Ein etwas unbeliebterer Schüler stellt ihnen eine mysteriöse App vor, die Wünsche erfüllt. Zunächst halten das alle für Schwachsinn, doch nachdem sich der Schüler am Ende der ersten Folge öffentlichkeitswirksam die Kehle aufschlitzt, nimmt die Geschichte Fahrt auf. Schon bald geht es um Schamanismus und das Brechen von Flüchen. Im weiteren Verlauf wird auch die blutgetränkte Entstehung der App in Rückblenden erzählt.
Die erste Folge der 8-teiligen Miniserie ist die schwächste. Das Teenie Schuldrama mit typischen Figurenkonstellationen und möglichen Beziehungen steht noch zu deutlich im Vordergrund. Ich war erst ab Folge 3 überzeugt, in der die Serie auf eine übernatürliche Ebene gehoben wird. Man muss zwar akzeptieren, dass es Schamanismus, Geister und Flüche gibt, aber speziell visuell erschließt die dritte Folge dadurch eine neue, kreative Ebene und hebt die Serie auf eine höhere Stufe. Besonders gut gefiel mir die Origin-Story in Folge 6, am Ende dreht die Serie noch einmal auf. Zwar ist nicht alles zu 100% logisch und manchmal wirkt das alles ziemlich dumm. Beispielsweise verlieren die Charaktere viel zu viel Blut, sind aber kurz darauf wieder topfit. Doch das kann man in einer Horrorlogik verschmerzen. Der Abschluss der Serie ist einigermaßen rund. Allerdings wird noch eine Fortsetzung angedeutet, die ich aber nicht unbedingt brauche.
Die Serie ist modern und stark produziert, die Inszenierung ist für eine Netflix-Serie überdurchschnittlich. Sie ist stylisch, wobei man ihr teils den Vorwurf von „style over substance” machen kann. Es gibt einige kreative Regie-Ideen und immer wieder werden starke, bedrohliche Bilder erschaffen. Die Actionsequenzen sind in Ordnung, die dynamische Kamera fängt das Geschehen stark ein. Einige Horrormomente gelingen großartig, wobei die Serie fast gänzlich auf Jumpscares verzichtet und stattdessen auf Atmosphäre oder visuelle Schockmomente mit viel Blut setzt. Die Darsteller overacten anfangs etwas und der Humor gelingt nur selten, wenn allerdings der Horrorthriller dominiert, können die Schauspieler zeigen, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Zwar sind auch einige Momente mit zu viel Zeitlupe etwas überinszeniert, aber cool sind es meist dennoch aus.
„If Wishes Could Kill” ist eine gelungene Miniserie, die für Fans von Horror mit Teenagern, viel Blut und traumatischen Geschichten absolut sehenswert ist. Zudem sollte man kein Problem mit dem Übernatürlichen, Geistern und Flüchen haben. Ich empfehle, dass man die Serie nicht nur anhand ihrer ersten Folge beurteilt, sondern ihr mindestens bis nach Folge 3 eine Chance gibt. Danach sollte man hoffentlich im Bann sein und die Serie zu Ende schauen wollen. Natürlich ist daran nicht alles gut oder sonderlich schlau, aber ich mochte die kreativ inszenierte Horrorserie letztlich für das, was sie sein will. Die Serie gibt es in deutscher Synchronisation auf Netflix.



