Talking to Heaven – Wenn „Ghost Whisperer“ ein Krimi wäre. Review Miniserie

„Talking to Heaven” ist eine Mischung aus Krimidrama und Mysteryserie aus dem Jahr 2002, die Vorbote für Serien wie „Ghost Whisperer”, „Medium“ oder auch „The Mentalist” war. Die Miniserie, die mit einer Gesamtlaufzeit von nicht einmal drei Stunden eher ein Fernseh-Mehrteiler ist, funktioniert primär über ihre Krimihandlung, in der ein Medium der Polizei dabei hilft einen Serienmord an Kindern zu untersuchen – der älteste Mord liegt sogar bereits 30 Jahre zurück.

Was ich zuvor nicht wusste, aber nach dem Ansehen durchaus kritisch sehe: Das Gezeigte soll (wohl ohne die Krimihandlung) auf der echten Person des James Van Praagh basieren, der als bekanntes Medium gilt und von sich selbst behauptet Kontakt mit einer Geisterwelt aufnehmen zu können. Als Mittel zum Zweck einer Krimihandlung gefällt mir die Fähigkeit mit Toten sprechen zu können grundsätzlich sehr gut, das hat auch kürzlich bereits die Serie „River” unter Beweis gestellt. Wenn man aber für sich reklamiert, dass das echt ist, alles „based on a true story“ ist, dann wird es problematischer. Doch das soll den Unterhaltungswert nicht schmälern.

Innerhalb der Miniserie muss James (Ted Danson) zunächst sich selbst und seine Fähigkeiten als Medium akzeptieren und neu entdecken, ehe er durch Zufall auf den Fall eines vermissten Kindes stößt. Durch Kommunikation mit den Toten hilft er der skeptischen Polizei weiter, während er auch noch seine eigenen Traumata rund um eine Vergangenheit in der Kirche und schwierige Eltern bewältigt. Leider etwas fehl am Platz wirkt die Rolle von Queen Latifah, die James mittels Ouya-Board ans Hellsehen heranführt; ebenso sind James klassische Termine als Medium, wenn er mit den Angehörigen der Toten spricht, auch nicht weiter relevant oder interessant. Doch der Kriminalfall funktioniert. Der erste Mord ist bereits über 30 Jahre her, doch in jüngerer Vergangenheit kamen einige weitere jugendliche Opfer hinzu. Ein Serientäter, der Kinder auf dem Gewissen hat, läuft noch frei herum. Nach einigen Twists präsentiert die Handlung letztlich eine gelungene Auflösung.

Die Miniserie fühlt sich sehr wie klassisches Fernsehen der 2000er an und leider nicht wie durchinszenierte Kino-Thriller der 90er Jahre. Dennoch ist die Produktion solide, die Darsteller in Ordnung und der Regie gelingt es immer wieder Spannungsmomente aufzubauen. Obwohl die Miniserie so kurz ist, hätte man sie an einigen Stellen sogar noch etwas straffen können. 

Zusammenfassend ist „Talking to Heaven” eine durchaus unterhaltsame Krimiserie, die es leider mit der Übernatürlichkeit etwas übertreibt. Fans von „Ghost Whisperer” kommen sicherlich auf ihre Kosten, Krimifans sollten dem Fall auch etwas abgewinnen können. Ich verstehe allerdings auch, wenn die „pseudorealistische” Komponente Interessenten abstößt.

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