Manhunt – True Crime, erzählt aus dem Inneren der Ermittlung. Review Staffel 1

„Manhunt” ist eine klassische britische Krimiserie, die True Crime–ähnlich reale Fälle der Vergangenheit präsentiert und die Ermittlungsarbeit der Polizei in den Mittelpunkt stellt. In nüchternem Stil begleitet man den leitenden Detective Colin Sutton (Martin Clunes), der alles organisieren, einsortieren und entscheiden muss, während er Druck von innerhalb seiner Ermittlung, den Medien, den Chefs und der Familie bekommt. Die Serie wirkt recht authentisch und basiert auf den Memoiren eines Ex-Detectives.

Staffel 1 thematisiert den Mord an einer jungen französischen Studentin in Twickenham, London im Jahr 2004. Schnell wird deutlich, dass es sich eventuell um einen Serienmörder handeln könnte, da sich der Modus Operandi der Taten gleicht. Nachdem es zunächst keine Augenzeugen gibt, fokussiert sich der leitende Ermittler Sutton primär auf die Videoüberwachung, weil er sicher ist, dass der Täter auf städtischen Kameras zu sehen sein muss. Seine Frau, eine Polizei-Analystin, rät ihm stattdessen dazu ein Profil zu erstellen und anhand dessen auf die titelgebende „Manhunt” zu gehen, auch Teile seines Teams sind davon nicht überzeugt. Doch nach einigen beharrlichen Stunden im Videostudium fällt tatsächlich ein weißer Van ins Auge, der Hauptverdächtige ist gefunden. Doch während klassische Krimis nun sofort den möglichen Täter konfrontieren, geschieht dies hier anders und viel organisierter. Die Handlung folgt dem Ablauf eines Kriminalfalls von der Tat bis zur Verlesung der Anklageschrift.

Die erste Staffel hat eine Gesamtlaufzeit von knapp über 2 Stunden und wirkt auch eher wie ein Film, das Erzähltempo ist in Ordnung, die Inszenierung ist solide, die Darsteller sind sachlich gut. Die Serie ist mit dem speziellen Blick auf die leitende Person einer großen Ermittlung eher vergleichbar mit „Prime Suspect”, der kühle beobachtende Blick erinnert eher an True Crime Dokumentationen.

Zusammenfassend ist „Manhunt“ eine gelungene True Crime-Serie. Fans des Genres und von klassischen Krimis kommen in den sehr kurzen Staffeln auf ihre Kosten. Wenn man lieber die große Krimidrama-Klaviatur präsentiert bekommen möchte, empfehle ich beispielsweise „Broadchurch”.

78/100
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