The Price of Confession – Absurder, unterhaltsamer Thriller aus Korea. Review Miniserie

Die 12-teilige koreanische Miniserie „The Price of Confession” ist ein twistreicher, blutiger Thriller, der zwar arg konstruiert wirkt, aber durchweg unterhaltsam ist. Der Rachethriller wird mit klassischen Ermittlungen und Elementen des Gefängnisdramas angereichert. Nach einem ruhigeren, etwas seltsamen Beginn steigert sich die Serie schnell und feuert ab Folge 5 in hohem Tempo zahlreiche Wendungen und neue Erkenntnisse ab. Das ist zwar nicht alles schlau und oftmals von Zufällen geprägt, aber dennoch spannend und dadurch ultimativ sehenswert.

„The Price of Confession” stellt in der ersten Folge zunächst die Mutter, Ehefrau und Künstlerin An Yun Su (Jeon Do-yeon) in den Mittelpunkt. Ihr Mann wird tödlich attackiert und stirbt in ihren Armen, doch nach einem kurzen Schock wirkt sie in den Befragungen durch Polizei und Staatsanwaltschaft seltsam kühl, wodurch sie zur Hauptverdächtigen wird. Schnell gerät sie in Haft und bekommt dort ein unmoralisches Angebot von der in den Medien populären Doppelmörderin Mo Eun (Kim Go-eun, stark) unterbreitet: Mo Eun wollte eigentlich nicht nur die Eltern, sondern auch den Sohn der Familie ermorden, wozu sie aber nicht mehr kam. Sollte An Yun Su ihr Werk vollenden und diesen Mord begehen, gesteht sie im Gegenzug den Mord an An Yun Sus Ehemann, so dass diese wieder freikommt. Mit ihrem Angebot geht sie in Vorleistung. Fortan befindet sich An Yun Su im Spannungsfeld: Wie kann sie Mo Eun entweder austricksen kann oder den Mord begehen ohne dass ihre elektronische Fußfessel sie überführt? Aus dieser schon sehr konstruierten und verrückten Grundidee entwickelt sich ein twistreicher Thriller, bei dem jeder Handlungsstrang nicht nur einen doppelten Boden, sondern manchmal auch einen dreifachen hat. Ich hätte das Ende zu Beginn so nie vorhersehen können, was ich ausdrücklich positiv hervorheben möchte.

Leider hat die Miniserie einige Schwächen. Man muss nicht mal mit der Lupe auf die Handlung schauen, um die Ungereimtheiten zu erkennen. Häufig muss Kommissar Zufall aushelfen, die Ermittlungsbehörden sind teils schmerzhaft dämlich und unglaublich häufig abwesend, viele Figuren haben einen Plot Armour, der sie unfassbare Situationen überleben lässt, einige Charakterentscheidungen kann man nicht nachvollziehen und immer wieder sorgt eine einfache Selbstverletzung für die nächste Fluchtmöglichkeit. Irgendwie muss man eben die wichtigen Figuren wieder zusammen in einen Raum bringen. Auch ich störe mich häufig an solchen sehr einfachen Wendungen des Drehbuchs, die Geschichte entfernt sich recht weit von der Realität und der Glaubwürdigkeit. 

Interessanterweise fallen die Kritikpunkte für mich nicht allzu stark ins Gewicht. Denn die Twists sind schön umgesetzt, der Verlauf der Geschichte ist unvorhersehbar und besonders Mo Eun bekommt eine sehr packende, interessante Backstory spendiert. Doch die größte Stärke ist das hohe Tempo, das nach den ersten paar Folgen keine Langeweile mehr aufkommen lässt. Die Inszenierung ist solide, einige schöne Bilder gelingen und auch der hohe Blutanteil sorgt häufig für schmerzhafte Szenen. Die Musikuntermalung ist gelungen, das Darstellerensemble ist gut.

„The Price of Confession” kann mit seiner Haupthandlung und seinen zahlreichen Twists von vorne bis hinten überzeugen. Der Anfang ist noch etwas wirr und ruhig, danach sollte man nicht jeden Handlungsstrang auf Logik überprüfen. Doch wenn man diese beiden Stolpersteine überwindet, bekommt man eine unterhaltsame, spannende koreanische Thrillerserie präsentiert.

79/100
Total Score
Nach oben scrollen